Der Cluster-Ansatz in der humanitären Hilfe

Article • 2011
Vereinte Nationen 2/2011
Claudia Meier

 

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Abstract English

In 2005, international organizations introduced the cluster approach as part of humanitarian reform efforts. The approach aims at making humanitarian coordination more predictable by introducing sectoral coordination with designated lead organizations at the global and country levels. The lead organizations are responsible for convening coordination meetings and stepping in where gaps arise in the response of their sector. Since 2005, the system has evolved from an initially loosely defined mechanism to a dynamic and predictable coordination system. A recent evaluation of the cluster approach concluded that despite persistent shortcomings in the system, it has yielded significant positive results so far and bears an important potential for further improving humanitarian response.

Abstract Deutsch

Im Zuge der humanitären Reform haben internationale Organisationen im Jahr 2005 den so genannten Cluster-Ansatz eingeführt, um ihre Arbeit in den verschiedenen humanitären Sektoren besser zu koordinieren. In den ersten sechs Jahren seines Bestehens hat sich der Cluster-Ansatz vom anfänglich unklar definierten Mechanismus zu einem berechenbaren und dynamischen System entwickelt. Eine Evaluierung des Ansatzes im Jahr 2010 kam zu dem Schluss, dass sich die Bemühungen trotz einiger weiter bestehender Schwachpunkte gelohnt haben.

Introduction

Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts ist die Koordinierung humanitärer Organisationen zu einem immer dringlicheren Problem geworden. Grund dafür waren zum einen politische Grabenkämpfe zwischen den verschiedenen humanitären UN-Organisationen und zum anderen die stetig steigende Zahl nichtstaatlicher Organisationen (NGOs), die in Krisengebieten tätig sind. Das Versagen der internationalen Nothilfe in Darfur (Sudan) im Jahr 2004 veranlasste den damaligen UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland, das humanitäre System von externen Experten durchleuchten zu lassen. Auf Grundlage der Ergebnisse dieses Expertenberichts2 stießen Egeland und das Inter-Agency Standing Committee (IASC), ein Zusammenschluss der wichtigsten humanitären UN-Organisationen, der Rotkreuzbewegung und NGOs, im Jahr 2005 eine Reform der humanitären Hilfe an.

Als Teil der Reform wurde auch der Cluster-Ansatz eingeführt, um humanitäre Hilfe durch verstärkte Koordinierung effektiver zu gestalten. Dabei wurden für die einzelnen humanitären Sektoren – wie zum Beispiel Gesundheit oder Schutz der Zivilbevölkerung – Leitorganisationen benannt, die dafür verantwortlich sind, alle Organisationen an einen Tisch zu bringen und auch dann einzuspringen, wenn Lücken in der humanitären Arbeit auftreten. Trotz dieser Funktionen ist die Leitorganisation hierarchisch nicht höher gestellt – Cluster-Mitgliedsorganisationen haben ihr gegenüber keine Rechenschaftspflicht.

Die Cluster agieren auf verschiedenen Ebenen. Zum einen gibt es elf globale Cluster, die unter anderem gemeinsam Richtlinien entwickeln und Schulungen sowie operative Unterstützung anbieten. Zum anderen gibt es nationale Cluster in bislang 27 Krisenländern, die sich wiederum auf Hauptstadtebene, in den Provinzen und gegebenenfalls auch auf lokaler Ebene treffen.

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